Fassadendämmung: Was ein WDVS 2026 kosten darf – und woran Sie zu teure Angebote erkennen
Realistische Quadratmeterpreise für ein Wärmedämm-Verbundsystem, die Positionen, die regelmäßig zu hoch angesetzt werden, und eine Checkliste vor der Unterschrift.
Eine Fassadendämmung ist eine der teuersten Einzelmaßnahmen an einem Bestandsgebäude – und gleichzeitig eine der schwersten zu vergleichen. Der eine Betrieb rechnet pro Quadratmeter Fassadenfläche ab, der nächste trennt Gerüst, Dämmung und Putz, ein dritter schreibt eine Pauschale über 48.000 €. Ohne einheitliche Bezugsgröße lässt sich nicht erkennen, ob der Preis marktgerecht ist.
Dieser Leitfaden zeigt, welche Quadratmeterpreise für ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) 2026 realistisch sind, welche Positionen erfahrungsgemäß zu hoch kalkuliert werden und welche Angaben in einem Angebot stehen müssen, damit es überhaupt prüfbar ist. Alle Werte sind Richtwerte für ein Ein- oder Zweifamilienhaus im Bestand.
Realistische Kosten für ein WDVS 2026
Für ein komplettes Wärmedämm-Verbundsystem inklusive Gerüst, Untergrundvorbereitung, Dämmung, Armierung, Oberputz und Anschlussdetails liegt der Preis 2026 üblicherweise zwischen 160 und 250 € brutto pro Quadratmeter gedämmter Fassadenfläche. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit rund 180 m² Fassadenfläche entspricht das etwa 29.000 bis 45.000 €.
| Kostenblock | Typische Spanne | Was darin steckt |
|---|---|---|
| Gerüst | 8 – 16 €/m² | Auf- und Abbau, 4–6 Wochen Vorhaltung, Schutznetz |
| Untergrundvorbereitung | 8 – 20 €/m² | Reinigen, Ausbessern, Grundierung, ggf. Altanstrich |
| Dämmstoff (Material) | 25 – 55 €/m² | EPS 032/035 oder Mineralwolle, 14–20 cm |
| Montage & Armierung | 45 – 70 €/m² | Kleben, Dübeln, Armierungsschicht, Gewebe |
| Oberputz & Anstrich | 25 – 45 €/m² | Grundierung, Struktur-/Silikonharzputz, Farbe |
| Details & Anschlüsse | 20 – 40 €/m² | Laibungen, Fensterbänke, Rollladen, Sockel, Attika |
| Gesamt | 160 – 250 €/m² | Ohne Balkonsanierung oder Fassadenstatik |
Mineralwolle statt EPS verteuert das System um etwa 15 bis 30 €/m², ist aber bei Brandschutzanforderungen ab bestimmten Gebäudehöhen oder in Anschlussbereichen vorgeschrieben. Holzfaser liegt nochmals darüber. Der gewählte Dämmstoff gehört mit Typ, WLG und Dicke ins Angebot.
Positionen, die typischerweise zu teuer kalkuliert sind
1. Gerüst mit zu langer Vorhaltezeit
Das Gerüst ist der Posten, bei dem am häufigsten stillschweigend aufgeschlagen wird. Marktüblich sind 8 bis 16 € pro Quadratmeter Gerüstfläche für Auf- und Abbau inklusive vier bis sechs Wochen Standzeit. Steht im Angebot eine Vorhaltung von zwölf Wochen mit Wochenpauschale, sind schnell 2.000 € zusätzlich im Preis, ohne dass mehr Leistung dahintersteht. Prüfen Sie außerdem, ob Gerüstfläche und Dämmfläche identisch abgerechnet werden – das Gerüst umschließt das Haus, die Dämmfläche zieht Fenster und Türen ab.
2. Untergrundvorbereitung als offene Pauschale
„Untergrund vorbereiten, nach Aufwand“ ist keine prüfbare Position. Seriös ist eine Angabe, was untersucht wurde: Haftzugprüfung, Zustand des Altputzes, ob eine zusätzliche Dübelung nötig ist. Realistisch sind 8 bis 20 €/m². Alles darüber braucht einen konkreten Befund – zum Beispiel großflächig hohl liegenden Putz, der abgeschlagen werden muss.
3. Dämmstoffdicke ohne energetische Begründung
Mehr Dämmung ist nicht automatisch besser kalkuliert. Zwischen 14 und 20 cm EPS liegen etwa 10 bis 18 €/m² Materialunterschied, energetisch bringt der Sprung von 16 auf 20 cm nur noch wenig. Umgekehrt reichen 10 cm oft nicht für die Förderanforderungen. Im Angebot sollte stehen, welcher U-Wert erreicht wird – ohne diese Angabe ist weder Preis noch Förderfähigkeit beurteilbar.
4. Fensterlaibungen und Anschlussdetails
Laibungen, neue Fensterbänke, verlängerte Rollladenführungen, Anschlüsse an Dachüberstand und Sockel sind der aufwendigste Teil einer Dämmung. Manche Angebote lassen sie ganz weg und schieben sie später als Nachtrag nach, andere setzen 90 € pro laufendem Meter Laibung an. Marktüblich sind je nach Ausführung 35 bis 65 €/lfm. Verlangen Sie die Laibungsmeter als eigene, bezifferte Position.
5. Sockel- und Perimeterbereich
Der Sockel braucht einen druckfesten, wasserabweisenden Dämmstoff (XPS oder Perimeterdämmplatten) und wird häufig bis unter die Geländeoberkante geführt – das bedeutet Erdarbeiten. Fehlt der Sockel im Angebot, ist die Kalkulation unvollständig; steht er mit 120 €/m² darin, ist sie zu hoch.
Förderung richtig einordnen
Die Dämmung der Außenwand ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme zuschussfähig, sofern die geforderten U-Werte eingehalten und die Maßnahme von einem Energie-Effizienz-Experten begleitet wird. Die Kosten der Fachplanung und Baubegleitung sind separat förderfähig.
Für die Angebotsprüfung gilt dasselbe wie bei jeder anderen Maßnahme: Die Förderung macht ein überteuertes Angebot nicht fair. Ein Aufschlag von 6.000 € kostet Sie auch nach Zuschuss noch mehrere Tausend Euro. Prüfen Sie zuerst den Bruttopreis, dann die Förderung.
Checkliste vor der Unterschrift
- Ist die Dämmfläche in m² angegeben und plausibel (Fenster- und Türflächen abgezogen)?
- Stehen Dämmstoffart, WLG und Dicke sowie der erreichte U-Wert im Angebot?
- Ist die Gerüstvorhaltung mit konkreter Wochenzahl beziffert?
- Sind Laibungen, Fensterbänke, Rollladen und Sockel als eigene Positionen enthalten?
- Ist das WDVS als bauaufsichtlich zugelassenes System eines Herstellers ausgeschrieben – nicht als Mischung aus Einzelkomponenten?
- Gibt es einen Termin- und Zahlungsplan ohne Vorkasse über 30 %?
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Angebot kostenlos prüfenHäufige Fragen
- Was kostet eine Fassadendämmung pro m² im Jahr 2026?
- Für ein komplettes WDVS inklusive Gerüst, Dämmung, Putz und Anschlussdetails liegen die Kosten üblicherweise zwischen 160 und 250 € brutto pro Quadratmeter Fassadenfläche. Bei rund 180 m² Fassade entspricht das etwa 29.000 bis 45.000 €.
- Welche Dämmstoffdicke ist bei einer Fassadendämmung sinnvoll?
- Üblich sind 14 bis 18 cm bei EPS mit WLG 032 bis 035. Entscheidend ist nicht die Zentimeterzahl, sondern der erreichte U-Wert der Außenwand – dieser muss im Angebot stehen und für eine Förderung die geforderten Anforderungen erfüllen.
- Warum ist das Gerüst bei WDVS-Angeboten oft zu teuer?
- Weil die Vorhaltezeit selten begrenzt wird. Marktüblich sind 8 bis 16 €/m² für Auf- und Abbau inklusive vier bis sechs Wochen Standzeit. Lange Wochenpauschalen oder eine mit der Dämmfläche gleichgesetzte Gerüstfläche treiben den Preis unbemerkt nach oben.
- Lohnt sich Mineralwolle statt EPS?
- Mineralwolle ist nicht brennbar und diffusionsoffener, kostet aber etwa 15 bis 30 €/m² mehr. Bei bestimmten Gebäudehöhen und in Brandriegeln ist sie ohnehin vorgeschrieben. Für ein normales Einfamilienhaus ist EPS in der Regel die wirtschaftlichere Wahl.
- Kann ich mein Fassaden-Angebot kostenlos prüfen lassen?
- Ja. Der KI-Sofortcheck zerlegt Ihr PDF in Kostenblöcke und vergleicht jede Position mit üblichen Marktspannen. Für eine vertiefte Prüfung durch einen Handwerksmeister gibt es zusätzlich den Experten-Check.
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